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Aus der Praxis: Der Schritt in die Selbständigkeit - Die Angst vor dem Scheitern und was dagegen helfen kann

Laut einer Studie haben 57% der befragten Deutschen generell eine positive Einstellung zum Thema Selbständigkeit bzw. Unternehmensgründung, gleichzeitig haben 80% Angst, mit einer Existenzgründung zu scheitern. In Amerika liegt letzterer Wert bei lediglich 15%. Allerdings empfinden in den USA 73% der Befragten ihre Kultur unternehmerfreundlich, in Deutschland sind dies lediglich 46%. Auch andere Länder wie die Schweiz, Australien, Finnland oder Dänemark, die eine positive Einstellung zur Selbständigkeit haben, bestätigen eine unternehmerfreundliche Kultur in ihrem Land.

Welches sind die Ängste von potentiellen Selbständigen?

Angehende Gründer geben oft schon auf, bevor sie überhaupt angefangen haben, und das trotz einer guten Idee. Sie haben einen gut durchdachten Businessplan (Kopfarbeit) und müssten jetzt eigentlich durchstarten. Doch den letzten Schritt wagen sie oft nicht. Die Angst vor dem Scheitern (Bauchgefühl) lähmt sie. Ängste können z.B. sein:

  • Was, wenn die Idee nicht ankommt?
  • Was, wenn keine Kundschaft kommt?
  • Was, wenn nicht genug Geld hereinkommt?
  • Was, wenn das Produkte fehlerhaft ist?
  • Was, wenn die Idee kopiert und besser vermarktet wird?
  • Was, wenn alles schief geht?

 Einmal auf diesem „Trip“ und es fallen einem noch eine Reihe von Punkten ein, die mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit schiefgehen werden (siehe auch: „Anleitung zum Unglücklichsein“ von Paul Watzlawick*).

Was kann gegen diese Ängste unternommen werden?

Eine Vielzahl der Ängste entsteht aus der Unsicherheit bezüglich zukünftiger Entwicklungen. Was kann man dagegen tun und welche Wege stehen einem potentiellen Selbständigen offen, um wenigstens einen Teil der zukünftigen Imponderabilien in den Griff zu bekommen?

 

Weg 1: MBI (Management Buy in)

Von Management-Buy-in (MBI) spricht man, wenn ein Unternehmen z.B. durch einen externen Manager  übernommen wird. Dies kommt häufig dann zustande, wenn ein externes Management der Überzeugung ist, dass das Unternehmen schlecht geführt sei und durch bessere Führung effizienter sein könne. Ein MBI ist ausserdem eine Möglichkeit, ein Unternehmen im Rahmen einer Nachfolgelösung zu übernehmen.

Durch die Beteiligung an einer laufende Unternehmung lassen sich mit Sicherheit nicht alle Fragezeichen beseitigen aber es beinhaltet, im Gegensatz zu einer Unternehmensgründung, eine Reihe von Sicherheiten, z.B.:

  • Das Unternehmen besitzt Produkte bzw. Dienstleistungen
  • Prozesse und die Ausstattungen sind vorhanden
  • Es gibt einen aktiven und passiven Kundenstamm und das Unternehmen ist in seinem Markt bekannt
  • Das Unternehmen erwirtschaftet einen laufenden Umsatz und kann den eigenen Lebensunterhalt finanzieren
  • Die Stärken und Schwächen der Unternehmung können mit den eigenen verglichen werden: Traue ich mir zu, die Unternehmung weiter zu entwickeln und einen Mehrwert zu generieren?
  • Der heutige Unternehmer steht evt. in einer Übergangsphase mit seinem Wissen und seinen Connections zur Verfügung
  • Bei einer allfälligen Finanzierung prüfen Dritte den Wert der Unternehmung 

 

Weg 2: Franchise-Konzept

Beim Franchisekonzept stellt ein Konzessions- oder Franchisegeber einem Konzessions- oder Franchisenehmer die Nutzung seines Geschäftskonzeptes gegen Entgelt zur Verfügung. Häufig sind die Nutzungsrechte an Marken, Waren- oder Geschmacksmustern, neben der Vermittlung von Know-how, ein wichtiger Bestandteil des Konzessionsvertrages. Die weltweit grössten Franchise-Ketten sind z.B. Subway, McDonalds, die Einzelhandelskette 7-Eleven, der Autovermieter Hertz oder die Intercontinental-Hotels. Hier muss, je nach Vertrag, eine Startgebühr, die Ausbildung, ein %-Satz des Umsatzes sowie die Kosten für die Grundausstattung an den Franchisegeber bezahlt werden.

Die Franchisesysteme sind individuell, beinhalten aber jeweils z.B. die Nutzung des geschützten Know-how oder der Marke, einen Franchisevertrag, die Betreuung der Franchisenehmer sowie ein Schulungskonzept. Die Vorteile für den Franchisenehmer stellen sich, ein seriöser Partner vorausgesetzt (!), wie folgt dar:

  • Der Eintritt in den Markt wird beschleunigt, wenn das System bekannt und etabliert ist.
  • Der Franchisegeber stellt ein erprobtes Geschäftskonzept und dazu ein komplettes Leistungspaket zur Verfügung.
  • Die Kreditwürdigkeit ist bei vielen Banken höher, da das unternehmerische Risiko reduziert ist.
  • Der Franchisenehmer hat (oft) Gebietsschutz innerhalb des Systems.
  • Der Franchisenehmer kann Größenvorteile (z. B. bei Werbeaktionen oder Einkäufen) nutzen.
  • Der Franchisenehmer erhält effiziente Arbeitsabläufe, die sich in der Praxis bewährt haben.
  • Durch fortlaufende Schulungen und Weiterbildungen verbessert sich die Leistung des Franchisenehmers und durch die Kontrolle des Franchisegebers werden Missstände erkannt und verändert.

Gerne unterstützt Consultra auch MBI-Kandidaten und Franchiseinteressenten bei dem Prozess die richtige Unternehmung bzw. den richtigen Partner in der Schweiz, Deutschland und Österreich zu finden. Sprechen Sie uns an und besuchen Sie uns auf unsere Homepage. Hier finden Sie auch laufend attraktive Angebote.

 

*„Anleitung zum Unglücklichsein“ ist ein Sachbuch [lesenswert], das der österreichische Psychologe Paul Watzlawick im Jahr 1983 veröffentlichte. Es wurde 2012 verfilmt [sehenswert].