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Corona - Regelungen zur Kurzarbeit in der Schweiz

 

Im Rahmen der Corona-Pandemie rücken Fragen rund um die Kurzarbeit in das Zentrum des Interesses von vielen Unternehmern. Wir unterscheiden hier die bisherigen Bestimmungen und die Massnahmen aus dem Paket zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen vom 20.03.2020.

Grundsätzlich ist Kurzarbeit eine, mit Zustimmung der Mitarbeiter, angeordnete vorübergehende Reduktion der vertraglich vereinbarten Arbeitszeit. Das Arbeitsverhältnis bleibt in jedem Fall unverändert bestehen. Durch die Kurzarbeitsentschädigung wird ein anrechenbarer Arbeitsausfall entschädigt. Ziel des Instruments der Kurzarbeit ist es, Arbeitslosigkeit zu verhindern und Arbeitsplätze zu erhalten. Rechtlich ist die Kurzarbeitsentschädigung im Arbeitslosenversicherungsgesetz [AVIG] in Art. 31ff und in der Arbeitslosenversicherungsverordnung [AVIV] in Art. 46ff geregelt.

Das Massnahmenpaket zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen vom 20.03.2020 hat erhebliche Auswirkungen für Unternehmer. Ab sofort wird Kurzarbeit auch «Arbeitgebern», befristet und temporär tätigen Personen und Lehrlingen gewährt. Im Einzelnen handelt es sich um die folgenden Anpassungen:

  • Kurzarbeitsentschädigung wird für arbeitgeberähnliche Angestellte ausgerichtet. Als arbeitgeberähnliche Angestellte gelten z.B. Gesellschafter einer GmbH, die als Angestellte gegen Entlohnung im Betrieb arbeiten. Personen, die im Betrieb des Ehegatten bzw. des eingetragenen Partners mitarbeiten, profitieren neu auch von Kurzarbeitsentschädigungen. Sie können eine Pauschale von 3.320.- Franken als Kurzarbeitsentschädigung für eine Vollzeitstelle geltend machen.
  • Kurzarbeitsentschädigung gibt es nun auch für Angestellte in befristeten Arbeitsverhältnissen und für Mitarbeiter im Dienste einer Organisation für Temporärarbeit ausgerichtet werden.
  • Neu soll der Arbeitsausfall auch für Personen, die in einem Lehrverhältnis stehen, anrechenbar werden.
  • Die bereits gesenkte Karenzfrist (Wartefrist) für Kurzarbeitsentschädigungen wird aufgehoben. Damit entfällt die Beteiligung der Arbeitgeber an den Arbeitsausfällen.
  • Neu müssen Arbeitnehmer nicht mehr zuerst ihre Überstunden abbauen, bevor sie von Kurzarbeitsentschädigungen profitieren können.
  • Im Bereich der Abwicklung der Gesuche sowie der Zahlungen von Kurzarbeit wurden ferner noch dringliche Vereinfachungen mit der Verabschiedung neuer Bestimmungen vorgenommen. Damit wird bspw. eine Bevorschussung von fälligen Lohnzahlungen via KAE möglich.

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